Wie finde ich den richtigen Hund?


Ihr Lieben, heute erzähle ich euch mal ein bisschen was über unsere Hunde.
Wir haben 2 (und gefühlt ist einer verrückter als der andere). Der eine ist ein Border-Collie namens Captain Jack Morgan (oder Cappi) und die andere ist eine Schäferhündin namens Helena (oder Heli). Cappi wird dieses Jahr 6 und Heli ist 3 Jahre alt.
Da mein Mann schon immer Hunde hatte und ich schon immer von einem geträumt hatte, stand ziemlich schnell fest, nachdem wir zusammen waren, dass wir uns einen Hund holen. Konkret war allerdings noch nichts, also weder Zeit noch Rasse, als meine Schwiegermutter anrief und sagte, dass ihr 7 Monate alter Border Rüde ihre Border-Hündin gedeckt hätte. Joar, da haben wir dann mal geschaut und uns Schockverliebt. Allerdings stand erst gar nicht fest, ob wir einen nehmen/bekommen, da sie schon ein paar Interessenten hatte. Es hat dann aber doch alles geklappt und Cappi ist im Oktober 2017 bei uns eingezogen.

Cappi bei seinem Einzug bei uns

Zu dem Zeitpunkt hatten wir auch noch zwei Pferde, also jeden Tag zweimal zu den Ponys mit dem Zwerg…. Das war schon ein Abenteuer und eine ordentliche Umstellung, aber das hat alles gut funktioniert.

Will ich einen Border-Collie?
Jetzt fragt ihr euch sicher was die Vor- und Nachteile von einem Border sind und was einen erwartet, wenn man sich einen Hütehund zulegt. Ich versuche das mal zusammenzufassen.
Ein Border möchte gefallen, er möchte arbeiten und er ist ein toller Familienhund, wenn er ausgelastet ist. Bei ihm ist es nicht mit 2 Mal am Tag 30 min Spazierengehen getan. Am besten lastet man einen Border mit Agility Training, Flyball oder seiner Natur entsprechend mit Hüte-Arbeit aus.
Da ihnen bei nicht ausreichender Auslastung schnell langweilig wird und sie sich dann Arbeit suchen, sind sie definitiv nicht als Anfängerhunde geeignet. Manche Hunde fangen dann an, ihre Familie als Schafsherde anzusehen und das ist dann ganz schnell nicht mehr lustig.


Fazit: Richtig geführt und ausgelastet ist ein Border ein super Hund, der auf seine Familie aufpasst, Kinder liebt und auch mit anderen Haustieren gut klar kommt.
Unser Glücksgriff: Cappi ist da etwas anders und daher ein Goldstück. Bei ihm ist es so, dass er auch nicht „blöd“ wird, wenn wir mal 2-3 Tage nicht so viel gemacht haben. Er ist dann weder hibbelig, noch destruktiv, noch macht er irgendwas kaputt und ist IMMER bei unserem Zwerg. Da ist er der beste und tollste Freund, den sich ein Kind vorstellen kann und definitiv ein Aufpasser Fremden gegenüber.

Ein zweiter Hund?
Seitdem kam immer mal wieder der Gedanke auf einen zweiten Hund anzuschaffen. Was man mit einem Hund machen kann, kann man auch mit zwei Hunden machen. Klingt nachvollziehbar? Ist es auch bedingt. Je nach dem was/wer der zweite Hund ist.
So kam es, dass mein Mann aus Spaß auf Kleinanzeigen geschaut hat und sich in eine 6 Monate alte Schäferhündin verguckt hat. Da er ja derjenige mit Hundeerfahrung ist, dachte ich mir (und ja vielleicht ein bisschen naiv) ja wird schon werden, Schäferhunde sind ja süß und wir haben ja schon einen Arbeitshund. Sollte also kein Problem sein.


Also sind wir an einem sonnigen Tag 3 Std ins Saarland gefahren, um uns die Maus mal anzuschauen. Den Zwerg haben wir bei der Oma gelassen, da über 6 Std Autofahren für ein Kleinkind ja auch nicht so spannend ist.
Als wir ankamen, hat uns der Züchter in Empfang genommen und sich natürlich mit uns unterhalten, uns die Elterntiere gezeigt und ich kann euch sagen, der Papa hatte es in sich… ein top ausgebildeter Schutzhund und ein sehr hübscher Kerl. Bis zu dem Moment als er meine Handtasche mit seinem Beißkissen verwechselt hat und auf mich zugeschossen kam. Aber durch die top Ausbildung, ließ er sich sofort zurück rufen und es ist nichts passiert. Aber ich sag euch, da wird einem schon anders….
Wir sind uns dann auch einig geworden und er hat uns die Maus unter Tränen ins Auto gesetzt. Zu Hause angekommen musste sie jetzt irgendwie rein, oder zumindest auf den Hof oder in den Garten. Jetzt muss man bei Schäferhunden wissen, dass sie sehr menschenbezogen sind und genau EIN Herrchen/Frauchen haben und das hatte sie eben schon in ihrem Züchter. Also fand sie das alles doof, wollte nicht mit und das Ende vom Lied war, dass mein Mann erstmal gebissen wurde. Nicht schlimm, aber naja…. Ich war erstmal bedient. Mit viel Geduld, Wurst und in meinem Fall „Zwangskuscheln“ haben wir es hinbekommen und mittlerweile ist sie zu 1000% der Hund meines Mannes, der wenn es sein muss auch auf mich hört. Ja das trifft es ganz gut.

Das sind die zwei hübschen im Sommer


Will ich einen Schäferhund?
Wie schon gesagt, sind Schäferhunde sehr menschenbezogen. Zudem sind sie mindestens genauso arbeitswillig wie Border, wollen gefallen, würden alles für ihren Menschen tun und sind 30-40 kg schwere Schoßhunde.
Genauso wie Border, sind Schäferhunde aber auch keine Anfängerhunde. Sie hinterfragen gerne, diskutieren gerne und brauchen eine klare Führung. Auch ihnen fällt viel Unsinn ein, wenn sie nicht ausgelastet sind. Dazu gibt es ja unzählige Videos auf Youtube.
Eine kleine Geschichte von uns: Auch wir waren dank Corona krank, beide gleichzeitig…. Da war der Maus auch langweilig und sie hat aus Versehen die Fernbedienung mit einem Kauknochen verwechselt…. Sie wurde feinsäuberlich in ihre Einzelteile zerlegt. Also auch hier, viel Arbeit und Beschäftigung mit dem Hund. Das sollte man sich bewusst machen, bevor man sich so ein Arbeitstier anschafft.
Wir würden aber keinen von beiden jemals freiwillig her geben und sind gerne bereit dafür auch Flugreisen hinten an zu stellen. Die zwei kommen mit in den Urlaub, oder keiner fährt, ganz einfach.

Ich fasse also kurz zusammen: Bitte überlegt euch gründlich, wie viel Zeit und Arbeit ihr für einen Hund aufbringen wollt und könnt, welche Aktivitäten ihr dem Hund bieten könnt, ob es finanziell machbar ist und ob es zu eurer Lebensplanung passt. Bitte sucht einen Hund nicht nach “der ist ja so süß” aus. Das geht meistens nach hinten los. Achtet bitte auf die rassetypischen Eigenschaften.

Welche Hunderassen habt ihr denn so und wieso habt ihr euch genau für diese Rasse entschieden? Sucht ihr vielleicht auch grade nach dem passenden Hund für euch/eure Familie? Wenn ihr mögt, können wir euch gerne helfen, den passenden Begleiter zu finden.

Beim nächsten tierischen Blog lest ihr was passiert, wenn der Border die Schäferhündin deckt….

Liebe Grüße,
Eure Anja


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